28/10/2026 0 Comments
Kantorei meets Jazz: Ein Klang-Experiment
Kantorei meets Jazz: Ein Klang-Experiment
# Kirchenmusik

Kantorei meets Jazz: Ein Klang-Experiment
Unter dem Titel „Kantorei meets Jazz“ treffen zwei Klangwelten aufeinander. Für dieses Konzert laufen die letzten Vorbereitungen und die Kantorei Lippstadt ist hochmotiviert. Unter der Leitung von Kantor Roger Bretthauer wagen sich die rund 60 Sängerinnen und Sänger an ein Klang-Experiment.
Im Mittelpunkt des Konzertes steht die „Mass“ (Messe) des amerikanischen Jazzkomponisten Steve Dobrogosz, der heute in Schweden lebt und vor allem als Pianist in der dortigen Jazzszene verankert ist. Ursprünglich für Chor, Streicher und Klavier komponiert, werden für das Lippstädter Konzert zusätzlich E-Bass und Drumset mit einbezogen, die gemeinsam mit dem Klavier eine komplette Jazz-Combo bilden. Dazu erklingen weitere bearbeitete Stücke in dieser Besetzung, mit „Von Angesicht zu Angesicht“ und „Vorbei sind die Tränen“ von Roger Bretthauer und dem „Jubilate Deo“ von Peter Anglea. Ohne Chor erklingt eine Auswahl der „Children’s Songs“ von Chick Corea, äußerst virtuose Instrumental-Miniaturen für ein Tasteninstrument. Corea schrieb sie, „um die Einfachheit als Schönheit zu vermitteln, wie sie sich im Geist eines Kindes darstellt“. Corea ermuntert im Vorwort auch zu eigenen Bearbeitungen. Diese Anregungen nahmen Kantor Roger Bretthauer und Schlagzeuger Felix Schlegel auf und erstellten Bearbeitungen für dieses Konzert, zum Beispiel mit ergänzendem Vibraphon- oder Streicherklang.
Johann Sebastian Bachs Motette „Lobet den Herrn, alle Heiden“ singt die Kantorei Lippstadt, aber begleitet von der Jazz-Combo mit Klavier, Bass und Drumset. Dabei darf die Combo die vorgegebene Continuostimme frei interpretieren, auch Intros zu den einzelnen Teilen spielen. Die Motette wird zweimal gesungen, beim ersten Mal auf Vokalisen, beim zweiten Mal im Originaltext. Ein Experiment, bei dem alle Ausführenden erst nach der Generalprobe wissen, was sich genau daraus ergibt.
Für das Konzert konnten namhafte Instrumentalisten gewonnen werden. Die aus Kanada stammende Pianistin Louisa Kimmel lebt seit vielen Jahren in Soest, gründete u.a. das Soester Jazz Ensemble. In der Umgebung konzertiert sie auf dem Gebiet der Kammermusik und Liedbegleitung, wobei sie ihr Programm vor allem mit ihren eigenen klassischen Kompositionen für Klavier Solo immer wieder bereichert.
Michael Voß ist ein kreativer Bassist, er betrachtet den E-Bass nicht nur als Rhythmusinstrument, sondern als ausdrucksstarke Stimme für das Geschichtenerzählen und die zeitgenössische Improvisation. Er gründete das unabhängige Plattenlabel Moruva. Als Konzertmusiker kann er auf bedeutende Live-Meilensteine zurückblicken, darunter einen Auftritt als Teil einer einzigartigen, konzeptionellen Besetzung mit drei Bassisten bei den Pionieren des Cosmic Jazz, Idris Ackamoor & The Pyramids in der Volksbühne Berlin.
Der Schlagzeuger Felix Feßke-Schlegel studierte Schlagwerk und Perkussion an der Musikhochschule Münster. Bereits seit seiner Jugend widmet er sich sowohl der klassischen Literatur für Schlagwerk wie auch dem Jazz. Er arbeitet und konzertiert mit verschiedenen Percussion-Ensembles und Ensembles für Neue Musik und gastierte seitdem bei vielen regionalen wie überregionalen Festivals. Neben seiner Konzerttätigkeit widmet er sich auch der Instrumentaldidaktik und unterrichtet aktuell an der Musik- und Kunstschule der Stadt Bielefeld Schlagwerk und Drumset.
Das Ensemble „La Réjouissance“ mit Konzertmeister Gregor van den Boom ist ein renommiertes Oratorienorchester im hiesigen Raum und war schon mehrfach in wechselnden Besetzungen in Zusammenarbeit mit der Kantorei Lippstadt zu erleben. Das Orchester zeichnet eine große Spielfreude aus, gepaart mit der Sensibilität, den vokalen Klangpartner zurückhaltend zu begleiten. Die Gesamtleitung liegt bei Kantor Roger Bretthauer.
Dieses mehr als außergewöhnliche Konzert veranstalten die Evangelische Kirchengemeinde und der Jazzclub Lippstadt in Kooperation. Karten gibt es im Vorverkauf bis Freitagmittag (6.11.) bei der Kulturinformation im Rathaus oder bei Reservix, oder an der Abendkasse. Es wird empfohlen, sich frühzeitig Karten zu sichern.
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