Bild Eichhörnchen

Liebe Eltern,

wie habt ihr euch gefühlt, als euch heute die neuesten Nachrichten erreicht haben?

Ich saß gerade mit meinem Sohn beim Frühstück.

Ich sah ihn an und fragte mich: Wie viel bekommt er schon mit von den Ereignissen in der Welt? Was sage ich ihm? Und überhaupt: Was wird jetzt werden?

Ich sah ihn an und ich erinnerte mich an meine eigene Kindheit. Am 22. September 1980 begann der erste Golfkrieg. Da war ich noch keine 5 Jahre alt. Ich habe gespürt, dass etwas nicht stimmte. Ich wusste nicht genau was und wie. Es war nicht greifbar. Aber trotzdem war da plötzlich ein schwarzer Schatten, der vorher nicht dagewesen war … und das machte mir Angst.

Ich weiß nicht mehr, was meine Eltern damals gemacht oder gesagt haben. Aber ich kann mich erinnern: Was auch immer es war: Es half mir, mit meiner Angst umzugehen.

Das wünsche ich mir heute auch: Für mein Kind. Für meine Lieben, für meine Mitmenschen. Für mich selbst. Und für die ganze Welt, über der jetzt zu dem Angstschatten Corona ein neuer Schatten fällt.

Ein Bibelwort hilft mir dabei in all meiner Hilflosigkeit, in aller Angst, die jetzt da ist und die vielleicht noch kommen wird:

Im Psalm 56, 4 heißt es: Wenn ich mich fürchte, so hoffe ich auf dich, Gott!

David hat dieses Psalmwort geschrieben, als er in höchster Not war und erfahren, dass das Vertrauen auf Gott Wege öffnet, die zuvor verschlossen blieben.

Wenn mich also Angst überfällt, dann bete ich. Das gibt mir Kraft. Ich vertraue darauf: Da ist Gott, dem ich all meine Gedanken anvertrauen kann, alle Ängste, alle Sorgen. Was dann wird, weiß ich trotzdem nicht. Und trotzdem hilft es mir. Wenn ich mich fürchte, so hoffe ich auf dich, Gott!

So gehe ich also heute in den Tag: Ich versuche meinem Kind zur Seite zu stehen und ihm zu helfen, mit seiner Angst umzugehen – ob sie nun durch die aktuellen Ereignisse hervorgerufen wird oder es etwas anderes ist, wovor es sich fürchtet und sei es auch nur das Phantasiemonster unter dem Bett oder unter der Kellertreppe.

Denn es tut gut, in der Angst nicht allein zu sein.

Eure Pfarrerin Dr. Ivonne Buthke

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