Fünf Kirchen & eine Kapelle

Sie sind ein Teil der Geschichte, ein kostbarer Schatz und eine bleibende Herausforderung zugleich.

Auf dem Gebiet unserer Kirchengemeinde gibt es fünf evangelische Kirchen, davon allein drei im Innenstadtbereich.

Drei weitere Kirchen und ein Gemeindehaus wurde im Rahmen der Agenda 23 im Januar 2024 entwidmet.

 

Die Spannweite reicht dabei vom alten ehrwürdigen Sakralbau aus dem Jahre 1222, über eine der ältesten dreischiffigen Pfeilerbasiliken in Westfalen aus dem Jahre 1139, einer kleinen Schlosskapelle im Stil der Lipperenaissance bis hin zum modernen Kirchenbau aus den 1970er Jahren.

 

Ebenso verschieden wie die Kirchen sind auch die Menschen, die sie besuchen, und die Veranstaltungen, die in ihnen stattfinden.

Brüderkirche

Die Brüderkirche wurde im Jahre 1281 erbaut und blickt auf eine bewegte Kirchen-Geschichte zurück.

Ursprünglich diente sie den Augustiner Eremiten als Klosterkirche. Im Jahre 1524 hielt Johannes Westermann hier eine der ersten reformatorischen Predigten in Westfalen. Nach der Reformation wurde die Kirche als Lagerhaus, Garnisons- und Jesuitenkirche genutzt, bevor sie nach 1664 der reformierten Gemeinde übergeben wurde.
1819 fand in der Brüderkirche die erste Westfälische Provinzialsynode statt. Die dort beschlossene presbyterial-synodale Ordnung regelt den Aufbau der westfälischen Kirche von der Gemeinde bis zur Kirchenleitung. 

So finden Sie die Kirche: Johannes-Westermann-Platz - 59555 Lippstadt

Johanneskirche

Johannes der Täufer dient als Namensgeber für die Kirche, die nach dem Entwurf von Architekt Rainer Mumme erbaut wurde.

Der Grundstein für die Johanneskirche wurde am zweiten Ostertag, dem 23. April 1962, gelegt. Den ersten Gottesdienst feierte die Gemeinde am Erntedankfest 1963. Menschen aus allen Teilen Deutschlands wurden nach 1945 in den Süden Lippstadts verschlagen, und so predigte Pfr. Graf v. d. Schulenburg bei der Grundsteinlegung auch über das Wort des Hebräerbriefes (13,14): "Wir haben hier keine bleibende Stadt, aber die zukünftige suchen wir." Die Architektur der Kirche in Gestalt eines dreigespitzten Zeltes erinnert an die Wanderschaft des Volkes Israel. Eine Besonderheit der Johanneskirche ist das Altartuch. Es symbolisiert die Zerrissenheit unserer Welt zwischen Armut und Reichtum.

50 Jahre nach Baubeginn konnte auch der Turm, nach den Plänen von Bauingenieur Klaus Mollenhammer realisiert werden. Dieser gewann den 1. Preis auf Kreisebene für moderne Bauwerke.

So finden Sie die Kirche: Bunsenstraße 11 - 59557 Lippstadt

Jakobikirche

Seit der Sanierung im Jahr 2007 wird die Jakobikirche neben Gottesdiensten auch als Veranstaltungsort für kulturelle Angebote genutzt. Ein moderner Anbau ergänzt die Kirche und schafft die räumlichen Voraussetzungen für eine vielfältige Nutzung.

Mit der Gründung Lippstadts im späten 12. Jahrhundert entstand auch St. Jakobi. Die Kirche wurde im 13. Jahrhundert an der Langen Straße errichtet und gehört zu den prägenden Bauwerken der historischen Altstadt.

Die um 1260 entstandene zweischiffige Hallenkirche beeindruckt durch ihren mächtigen Westturm, die hohen Maßwerkfenster und den polygonalen Chor. Ihren markanten barocken Turmhelm erhielt sie im Jahr 1755 und prägt damit bis heute die Silhouette der Stadt.

Vor der Kirche befindet sich ein modernes Glockenspiel, das 1985 anlässlich des 800-jährigen Stadtjubiläums errichtet wurde.

So finden Sie die Kirche: Langestraße, Ecke Jakobikirchstraße - 59555 Lippstadt

www.jakobikirche-lippstadt.de

Marienkirche

Die Marienkirche wurde 1222 geweiht und prägt das Bild des Lippstädter Stadtkerns.

Obwohl sich ihr Baukörper aus verschiedenen Jahrhunderten und Stilrichtungen zusammensetzt, bildet er eine gelungene Einheit. Schon beim Betreten der Kirche fallen die mit Bronzereliefs verkleideten Türen auf. Diese zeigen neben biblischen Motiven speziell an der Nordtür einzelne Szenen aus der Geschichte der Kirchengemeinde.
Im Innenraum sind in den Gewölben zahlreiche Malereien aus dem 16. Jahrhundert zu bewundern, die bei Renovierungsarbeiten von 1966 bis 1972 freigelegt wurden. Der Sakramentsturm von 1523 und das gotische Chorgestühl im Chorraum gehören zu den schönsten und bedeutendsten in ganz Westfalen. Die Orgel wurde 1975/77 gebaut. Sie verfügt über 47 Register, die sich auf drei Manuale und Pedale verteilen.

Anlässlich des Jubiläums „500 Jahre Reformation“ wurden von dem Künstler Markus Lüpertz 2017 zwei Fenster für die Marienkirche gestaltet.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 10 bis 12 Uhr sowie 15 bis 17 Uhr
Samstag: 10 bis 14 Uhr

So finden Sie die Kirche: Marktstraße - 59555 Lippstadt

Schlosskapelle Overhagen

Die kleine Schlosskapelle wurde mit dem Wasserschloß Overhagen im Stil der Lipperenaissance erbaut (Baubeginn 1619).

 

Der mit Backsteinen ausgefachte eingeschossige Fachwerkbau steht auf einem Bruchsteinsockel über rechteckigem Grundriss. Den Saal schließt ein polygoner Choranbau ab. Ein Satteldach mit einem Krüppelwalm und einem verschieferten quadratischen Dachreiter mit Pyramidenhelm bekrönt den Bau. Querrechteckgefache und Hochrechteckfenster im Chor gliedern die Fassaden. Die Gefache wurden in Backsteinoptik bemalt, wie man es zur Bauzeit häufig tat. Es findet sich eine Inschrift mit der Datierung auf das Jahr 1655. Man betritt die Kapelle auf der westlichen Giebelseite durch ein um drei Stufen erhöhtes, zweiflügeliges Hochrechteckportal. Zu den besonders bemerkenswerten Ausstattungsstücken im Inneren der Kirche gehört der reiche Hochaltar aus dem zweiten Viertel des 18. Jahrhunderts sowie ein Gemälde aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, auf dem „Christus am Ölberg“ dargestellt ist. Sie finden die Schlosskapelle: Am Schloßgraben 5, 59556 Lippstadt-Overhagen.

Stiftskirche

Die Stiftskirche in Cappel ist eine der ältesten dreischiffigen Pfeilerbasiliken in Westfalen.

Das Jahr 1139 gilt als Baubeginn der Kirche, die als Klosterkirche eines Prämonstratenserinnenklosters erbaut ist und später zum freiweltlichen Damenstift Cappel gehörte. Ausgrabungen unter der Leitung des Westfälischen Amtes für Denkmalpflege von 1976-81 haben erwiesen, dass die Stiftskirche bereits eine Saalkirche - eine 'capella' - als Vorgängerbau hatte. Von dieser 'capella' leitet der Ortsteil Cappel seinen Namen ab. Der Grundriss in Kreuzform beeinträchtigt einen gesamten Raumeindruck, gewährt allerdings dadurch auch immer wieder neue Perspektiven und Überraschungen.

Die Kirche, die mittlerweile auch als Fahrradkirche entlang der Römerroute ausgewiesen ist, ist von Ostern bis Ende September in der Regel von 9 bis 14 Uhr geöffnet, am Wochenende von 10 bis 18 Uhr. Führungen sind nach Vereinbarung möglich. 

So finden Sie die Kirche: Cappeler Stiftsallee 1 - 59556 Lippstadt

 

Wer sich für mehr interessiert, kann hier fündig werden: Zeittafel Stiftskirche